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„Musik im Gespräch!“(03/04 2016)

Judith Stapf„Jede besondere Publi­kumsreaktion bestärkt mein Gefühl, miteinander im Dialog zu sein!“

Judith Stapf„Jede besondere Publi­kumsreaktion bestärkt mein Gefühl, miteinander im Dialog zu sein!“

 
Judith Stapf wurde von Anfang an von ihren Eltern – einem Musiker-Ehepaar – auch musikalisch begleitet. Bei Kammerkonzerten steht ihr Vater, der Pianist Wolfgang Klein-Richter, ihr bei Bedarf ebenfalls zur Seite.Foto: Thomas Kalk

Judith Stapf, Jahrgang 1997, in Rheinbach geboren, erhielt mit drei Jahren ihren ersten Violin-Unterricht. Im Alter von acht Jahren hatte sie ihren ersten öffentlichen Auftritt in der Alten Oper Frankfurt. Und so ging es weiter: immer selbstbestimmt, immer liebevoll und konsequent (nicht nur musikalisch) pädagogisch begleitet von ihren Eltern, der Sängerin Silke Stapf und dem Pianisten Wolfgang Klein-Richter. Neben ihrem Studium in Köln und der Teilnahme an Meisterkursen prominenter Solisten (z.B. Pinchas Zukerman) präsentiert sie sich gerne einem begeisterten, auch internationalen Publikum mit inzwischen fast 100 Werken der Geigen-Literatur - von Bach über Mozart, Beethoven, Mendelssohn, Brahms, Bruch, Tschaikowsky, Wieniawski und Sibelius, bis zu Strauss und Ysaÿe. Allein 2015 trat sie dreimal in Düsseldorf auf! (www.judithstapf.de)

Können Sie sich an Ihre erste Begegnung mit der Musik erinnern?

Meine erste Begegnung mit der Musik hat sicher schon im Mutterleib stattgefunden. Genau erinnern kann ich mich aber an den Moment, in dem ich mich entschieden habe, Geige zu spielen. Es war während der Generalprobe eines Orchesters, bei der auch meine Mutter - sie ist Sängerin - auftrat. Ich saß in der ersten Zuschauerreihe vor dem Orchester, direkt vor den ersten Geigen. Hier verliebte ich mich sofort in den wunderbaren Klang der Geige, was bis heute so geblieben ist.

Wie entwickelte sich Ihr Verständnis für die Geige (Violine) als Solo- und als Orchester-Instrument weiter?

Zunächst einmal musste ich meine Eltern davon überzeugen, dass ich dringend eine Geige benötigte und Geigenunterricht haben wollte! Ich erinnere mich noch, wie ich dann einfach drauf los spielte und unbedingt Stücke spielen wollte, die für mich damals noch viel zu schwer waren. So wollte ich etwa die Frühlingssonate von Beethoven spielen, als ich sechs oder sieben Jahre alt war. Meine Eltern und meine Lehrerin meinten natürlich, das sei viel zu schwer und viel zu früh. Aber ich habe nicht locker gelassen, bis man mir die Noten besorgte. Dann habe ich heimlich geübt und es später meiner Lehrerin gebeichtet. Ich verstand unter „Geige spielen“ schon bald nicht „nur“ Üben, sondern auch solistisches Auftreten und Kammermusik.

Können Sie etwas zu Ihrer Geige sagen, was ist das für ein besonderes Instrument?

Meine Geige ist ein wenig älter als ich - sie ist von 1663 und stammt von dem Geigenbaumeister Andrea Guarneri (1627-1698) aus Cremona. Ich hatte diese Geige zunächst nur geliehen, weil ich für ein Projekt in der Kölner Philharmonie und einen Wettbewerb ein Instrument brauchte, das einen großen Klang im Konzertsaal hat - auch im Zusammenspiel mit einem Profiorchester. Aber dann habe ich mich so sehr in dieses Instrument verliebt - zumal wir plötzlich erfuhren, dass es zu verkaufen war - so dass wir es durch die Hilfe eines Gesangschülers meiner Mutter, eines Finanzberaters, im Rahmen eines Crowd Funding erwerben konnten. Und nun spiele ich diese wunderbare Geige!! - was mir von vielen Freunden und Zuhörern ermöglicht wird.

Es ist also ein Instrument mit einem großen, voluminösen Klang. Gibt es bei Ihnen vielleicht auch schon so etwas wie einen typischen „Judith-Stapf-Klang“, so dass Profimusiker Sie auch schon im Dunkeln erkennen können?

Dazu kann ich eine kleine Geschichte erzählen. In der Hochschule haben wir ein Fach, das sich „Probespiel-Training“ nennt. Da kann es schon einmal passieren, dass der Dozent zu meinem Vorspiel sagt: „Ja musikalisch und klanglich hervorragend, wie immer - aber am Rhythmus musst Du noch arbeiten.“ Diese Äußerung meint wohl, dass das Typische an meinem Spiel der Klang, die Klangfarbe, sein dürfte.

Welche Motive haben Sie dazu bewogen, die Musik zu Ihrem Beruf zu machen?

Ich glaube, das einzige Motiv, das es gab, war das Konzert, wo ich als kleines Kind in der ersten Reihe saß. Ab da war mir eigentlich klar, dass ich die Musik - speziell mit der Geige - zu meinem Leben, also auch zu meinem Beruf, machen würde. Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, was ich sonst noch hätte werden können.

Wie haben Sie Ihre Eltern als Musiklehrer - als „Familienbetrieb“ - erlebt? Welche musikalischen Fertigkeiten haben Sie von Ihrer Mutter, welche von Ihrem Vater erlernt?

Ja, es ist klar, dass die Eltern eine große Rolle spielen, wenn man so früh wie ich mit dem Erlernen eines Instrumentes beginnt - zumal natürlich mit dem „Kind“ auch immer regelmäßig geübt werden muss. Hier sollte schon eine strukturierende Kraft (z.B. die Eltern) zur Seite stehen, um den großen Wunsch zu unterstützen.

Am Anfang dieses Lernens stand eher meine Mutter im Vordergrund. Sie dachte sich dann oft irgendwelche Spiele aus, um das Üben spannend zu machen. Sie vermittelte mir dabei ein Gefühl, dass das Üben für mich so etwas war wie auf Bäume-Klettern oder Fangen spielen. Die Entdeckung der Musik erfolgte hier also mit spielerischen Mitteln - ganz gleich, ob ich Lust hatte oder nicht. Und wenn ich mal keine Lust hatte, sagte meine Mutter: „Spiel jetzt einfach mal so, als hättest du keine Lust!“ - und schon war ich wieder drin in der Begeisterung. Auf diese Weise bekam ich übrigens auch einen sehr guten Zugang zu Emotionen in der Musik! Hinzukommt, dass meine Mutter als Sängerin sehr körperbewusst ist und auf Haltung und Atmung sehr viel Wert legt.

Irgendwann kam dann die Zeit, in der ich begann, mehr oder überwiegend mit meinem Vater zu üben. Er hatte mich in den Geigenstunden ohnehin schon am Klavier begleitet. In der Zusammenarbeit mit ihm habe ich die Liebe und Leidenschaft zur Technik kennen gelernt. Er hatte sich eingearbeitet und weiß ungeheuer viel über das Geigen - vielleicht mehr oder bewusster als mancher Profi. Zusammen haben wir die Motorik erforscht und die Musik auch auf diese Weise entdeckt.

„Man lernt sehr viel über sich, wenn man besonders anspruchsvolle Stücke spielt: Jeden kleinsten Fehler, jede kleinste Abweichung von der ‚Ideallinie‘ spürt man dabei und kann ihn auch nur so korrigieren.“

In jungen Jahren sind Sie schon sehr erfolgreich. Wie reagiert Ihre Umgebung darauf? Wie gehen Sie mit Neid um? Wie erleben Sie die Ansprüche der Gesellschaft im Vergleich zu den Ansprüchen, die Sie selbst an sich stellen? Können Sie hier für sich selbst auch schon einmal eine Gefährdung wahrnehmen?

Da ist es zunächst einmal wichtig, dass man nicht alles Negative in sich hineinfrisst. Es hilft mir aber auch - wenn etwa Neid aufkommt - mich in die Bewusstseinslage meines Gegenübers hineinzuversetzen. Bei dieser Übung stelle ich dann oft fest, dass die andere Person, von der die schlechten Gefühle mir gegenüber aufkommen, nicht böse gemeint sind. Da kann es auch sein, dass diese „Übertragungen“ im psychologischen Sinne überhaupt nichts mit meiner Person zu tun haben. Mit einer solchen Haltung, wie ich sie mir angeeignet habe, kann ich Verletzungen zwar nicht vermeiden, aber ich kann sie gut auffangen.

 
„Das Publikum spielt für mich beim Konzertieren eine sehr große Rolle. Hier habe ich das Gefühl, den Menschen etwas zu geben und auch ganz deutlich etwas zu bekommen. Das ist eine besondere Art der Kommunikation, die ich gerne führe.“Foto: Thomas Kalk

Was bedeutet für Sie die Musik und was das Konzertieren - vor normalem Publikum oder auch im Rahmen eines Wettbewerbs?

Das Thema Wettbewerb ist nicht ganz einfach, weil hier die Entscheidungen, die von einer Jury gefällt werden, oft auch „politischer“ Natur sind, also nicht immer sachdienlich verlaufen. Diese Irrationalität ist durchaus verletzend, aber ich habe es gelernt, auch damit umzugehen. Andererseits sind Wettbewerbe eine gute Möglichkeit, mich selbst - meine Qualität und meinen Marktwert - ab und zu unter diesen speziellen Bedingungen auszutesten, Musik auch mal als eine sportliche Leistung zu betrachten. So verstanden, können dann Wettbewerbe auch sinnvoll und eine gute „Schule“ sein.

Im Konzert geht es für mich allerdings um andere Dinge. Hier geht es um Musik und um die Bindung und Verbindung zum Publikum, was bei einem Wettbewerb schwieriger herzustellen ist - oder gar unmöglich ist.

Das Preisträgerkonzert „Virtuosen von morgen“ am vergangenen Freitag (29.01.) im Theater am Marientor Duisburg zusammen mit den Duisburger Philharmonikern hatte ja ein teilweise sehr junges Publikum. Und ich war ganz erstaunt, wie still die Menschen waren und sehr konzentriert zuhörten: Als ich mit dem „Chant d'Hiver“ (Winterlied) von Eugène Ysaÿe fertig war, begegnete mir eine große Stille, kein Husten, kein Geräusch - was mich sehr rührte! Sicher hat das Stück auch Leute in den Bann gezogen, die vielleicht sonst nur wenig oder gar keine Beziehung zur (klassischen) Musik haben. Das Publikum spielt für mich beim Konzertieren eine sehr große Rolle. Hier spiele ich ganz anders als im Übe-Zimmer. Im Konzert spiele ich meist besser! Hier habe ich das Gefühl, den Menschen etwas zu geben - und auch ganz deutlich etwas zurück zu bekommen. Das ist eine merkwürdige Art der Kommunikation, die ich aber sehr gerne führe.

Im vergangenen September (2015) haben Sie das Orchester der Landesregierung nach einem großartigen Auftritt hier im Robert-Schumann-Saal während einer zweiwöchigen Tournee durch Polen begleitet. Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?

Das war meine allererste richtige Tournee. Es war schon sehr spannend und aufregend, mit zunächst fast unbekannten Menschen zeitlich und räumlich so eng beieinander zu sein. Dabei machte ich u.a. die Erfahrung, dass es mit jedem folgenden Tag weniger Trennung zwischen Solistin und Orchester gab. So konnte ich innerhalb dieses Ensembles auch einige Freundschaften schließen, was sicher nicht selbstverständlich ist.

Welche Komponisten und Epochen spielen Sie am liebsten - welche Stücke studieren Sie im Moment?

Im Moment studiere ich eines meiner absoluten Lieblingsstücke, nämlich die Sonate für Violine und Klavier in Es-Dur op. 18 von Richard Strauss. Es ist eines der tollsten Stücke, die es für die Besetzung von Geige und Klavier überhaupt gibt. Mit dieser Sonate ist eigentlich auch schon die Richtung meiner Vorlieben für Komponisten und Epochen klar markiert: Ich liebe also die Musik von Strauss, Brahms - Romantik und Spätromantik. Natürlich ist eines meiner Lieblingsstücke auch das Violinkonzert von Ludwig van Beethoven in D-Dur op. 61. Auf Ihre Frage könnte ich auch antworten: Das Stück, das ich im Moment spiele, liebe ich am meisten!

Wie erleben Sie das Einstudieren und das Spielen von besonders anspruchsvollen Stücken. Könnte das jeweils auch eine Begegnung mit sich selbst - wie vor einem Spiegel - sein?

Ich glaube schon, denn alles was man tut, wird dabei immer irgendwie auf die Probe gestellt. Man lernt sehr viel über sich, wenn man besonders anspruchsvolle Stücke spielt: Jeden kleinsten Fehler, jede kleinste Abweichung von der „Ideallinie“ spürt man dabei und kann ihn auch nur so korrigieren.

„Ich liebe die Musik von Richard Strauss, von Johannes Brahms – vor allem also der Romantik und Spätromantik. Im Moment studiere ich eines meiner Favoriten: die Sonate für Violine und Klavier in Es-Dur op. 18 von Strauss.“

Sie haben ein Buchprojekt bearbeitet. Wie ist es dazu gekommen?

Es hat auch mit Polen zu tun. Das Buch hat den Titel „Spiel mir das Lied vom Leben“ (Angaben s.u.). Diese Publikation hat eine Vorgeschichte: Als ich neun oder zehn Jahre alt war, habe ich im Internet nach meinem Lieblingsgeiger Itzhak Perlman gesucht. Das erste Video, das kam, war die Titelmelodie des bekannten Films „Schindlers Liste“. Im Publikum haben alle Menschen geweint. Ich empfand diese Melodie als schönes Stück - aber ich fragte mich, warum die Leute jetzt alle weinen.

Dann habe ich das ein wenig hinterfragt und habe auch mit meinen Eltern darüber gesprochen. Dabei habe ich erfahren, dass da diese Geschichte von Oskar Schindler dahintersteckt. In diesem Moment wollte ich alles darüber wissen, habe Bücher gekauft und auch das Tagebuch von Anne Frank gelesen. Schließlich war ich so erfüllt von diesen Leseerlebnissen, dass ich auf die Idee kam, jemanden von den Überlebenden persönlich kennen zu lernen. Zufällig fand eine Rundfunkjournalistin, eine Freundin meiner Mutter, einen Überlebenden von Schindlers Liste, mit dem sie ein Interview geführt hatte. So ist dieser Kontakt entstanden. Und dieser alte jüdische Mann, den ich dann kennenlernte, war auch Geiger. Durch die musikalische Gemeinsamkeit fasste er Vertrauen, mir seine Geschichte zu erzählen. Und das kann natürlich am besten dort geschehen, wo seine Geschichte stattfand. Darüber ist dann das Buch entstanden und ein Dokumentarfilm.

Was bedeutet Ihnen Ihr Lieblingsgeiger Itzhak Perlman?

Als ich klein war, hatte ich eine Kassette mit Beethovens Violinromanzen von Perlman und die musste abends mit ins Bett und immer und immer wieder gehört werden. Ich war regelrecht süchtig nach dem spezifischen Perlman-Sound. Na ja, das wollte ich auch können! Ich schrieb ihm und es war ein kleines Wunder, dass er zurückschrieb. Ein signiertes Foto: „For Judith. Best wishes. Practise slowly”. Langsam, geduldig und bewusst üben, das war sehr prägend für mich und passte super zur Denke meiner Eltern. So kam Itzhak Perlman dann auch häufig in unseren Übe-Spielen vor und ermahnte mich zu Geduld und einem „großen“ Ton.

 
Judith Stapf und Prof. Dr. Hartwig Frankenberg beim „Musik im Gespräch!“ am 2. Februar in der Düsseldorfer Musikbibliothek.Foto: Thomas Kalk

Welche musikalischen Wünsche und Visionen haben Sie gegenüber der Zukunft?

Es gibt für mich noch ungeheuer viel Literatur, die ich sehr gerne spielen möchte - sowohl im Solo-Repertoire als auch in der Kammermusik. Ich möchte einfach so viele Konzerte geben und spielen wie möglich - auch mit anderen tollen Musikern, Dirigenten und Orchestern zusammen. Vielleicht werde ich auch einmal mit Musikern ein Ensemble gründen. Und ich hoffe natürlich, dass sich meine Karriere so weiter aufbaut, wie sie sich bisher entwickelt hat. Es ist und bleibt einfach mein Wunsch, mein Leben lang auf sehr hohem Niveau Musik zu machen und die Menschen damit zu erreichen, zu bereichern und zu erfreuen!

(Aus dem Publikum):

Hat Ihre Geige vielleicht auch einen Namen, wie das oft der Fall ist?

Auf dem Geigenzettel steht „Theresia“. Ich weiß aber nicht genau, welchen Hintergrund das hat. (Ergänzung von Wolfgang Klein-Richter): Die Werkstätten der Geigenbauer trugen früher die Namen von Heiligen. Die heilige Theresia war also die konkrete Schutzpatronin der Werkstatt, in der die Geige einst gebaut wurde.

(Aus dem Publikum):

Worin liegt nun der besondere Klang Ihrer Geige? Ist es der Lack, das Holz oder irgendeine Besonderheit in der Konstruktion?

Meine Geige ist für mich einfach eine „alte“ Italienerin, und der Klang hört sich für mich sehr italienisch an. Man mag auf technische Details schwören, aber für mich ist es eher eine Frage, ob und wie ein Instrument „gelebt“ hat und von wem und wie es gespielt wurde. Dadurch haben solche Instrumente ihre ganz besondere Persönlichkeit entwickelt. Das ist meine Meinung.

(Silke Stapf): Wir haben oft Geigenbauer besucht, wo Judith verschiedene Geigen anspielen konnte. Darunter konnten auch sehr hochwertige Instrumente sein, die dennoch den Anspieltest nicht bestanden. Es ist offensichtlich eine Frage, ob und wie die Identität einer Geige sich mit der Identität des Spielers verträgt und damit harmoniert.

Zu dieser Harmonie-Frage kommt ja auch noch der Geigenbogen als Persönlichkeit hinzu, so dass wir es hier eigentlich mit einer Dreiecksbeziehung zwischen Geige, Bogen und Spieler zu tun haben. Bei manchen Anspieltests hatte ich sogar manchmal auch das Gefühl, der Bogen könnte allergisch auf die Geige oder umgekehrt reagieren. Das ist alles schon sehr komplex.

„Es ist und bleibt einfach mein Wunsch, mein Leben lang auf sehr hohem Niveau Musik zu machen und die Menschen damit zu erreichen, zu bereichern und zu erfreuen!“

(Aus dem Publikum):

Warum studieren Sie in Köln?

Die Antwort ist nicht der Ort oder der Nimbus von Stadt oder Hochschule, sondern es geht hierbei - wieder einmal eine Passung - um die Besonderheit und Qualität einer Lehrer-Persönlichkeit. Wenn ich die Hochschule wechseln würde, so würde ich im Moment eine Hochschule wählen, an der auch Frau Prof. Mihaela Martin unterrichtet, also Frankfurt oder Berlin.

(Aus dem Publikum):

Welche Rolle spielt der Bogen?

Bei einem Sänger, einer Sängerin, ist ja das gesamte instrumentale Material im eigenen Körper, hat also dessen Konsistenz und „Wesen”... Ich suche bei meiner Geige, meinem Bogen und nicht zuletzt bei der Besaitung, ein Material das mir entspricht und mit dem ich technisch deshalb auch gut zurecht komme ... wenn ich es kurz zusammenfassen sollte, würde ich sagen: sinnlich und klar die Geige, weich, flexibel und belastbar der Bogen und natürlich und farbenreich die Besaitung.

Das Musikprogramm des Abends:

Eugène Ysaÿe: „Chant d'Hiver” op. 15

Jean-Marie Leclair: Sonata D-Dur op. 9/3 (2. Satz, Allegro)

Niccolo Paganini: Caprice Nr. 4

Johannes Brahms/ Fritz Kreisler: Ungarischer Tanz Nr. 17

Manuel Ponce/ Jascha Heifetz: „Estrellita”

Judith Stapf: Geige
Wolfgang Klein-Richter: Klavier

Die nächsten Auftritte: www.judithstapf.de

Bibliografische Angaben des erwähnten Buches:

Angela Krumpen: Spiel mir das Lied vom Leben: Judith und der Junge von Schindlers Liste

(Herder Verlag, Freiburg i. B. 2011)

Info: www.spiel-mir-das-lied-vom-leben.de