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Das Interview

„Musik im Gespräch!“

Manfred Hill:„Düsseldorf ist eine bedeutende Musikstadt!“

Manfred Hill:„Düsseldorf ist eine bedeutende Musikstadt!“

 
Manfred Hill als Gast bei „Musik im Gespräch!“ am 30. Januar 2018 in der Düsseldorfer Musikbibliothek.

Manfred Hill Vorsitzender des Städtischen Musikvereins, Jahrgang 1944, ist verheiratet und Vater von drei Söhnen. Nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann ist er seit 1969 im Brandschutz tätig. Seit 1966 Mitglied im Städtischen Musikverein zu Düsseldorf e. V., blickt er inzwischen auf eine mehr als 30jährige Tätigkeit im Vorstand zurück: zunächst als Schatzmeister und seit 2002 als Vorsitzender. Manfred Hill war Mitinitiator zur Wiedererrichtung des Mendelssohn-Denkmals 2012, er kämpft seit Jahren für den Erhalt des Schumann-Hauses in Düsseldorf und initiierte 2004 das musikpädagogische Projekt „SingPause Düsseldorf“. Für seine vielen sozialen und musikalischen Aktivitäten wurde er als Träger der Verdienstmedaille und des Verdienstordens am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Die Pianistin Miyuki Brummer wurde in Amagasaki, Japan, geboren. Als Vierjährige erhielt sie ihren ersten Musikunterricht und mit 8 Jahren den ersten Klavierunterricht. Mit 12 Jahren hatte sie ihren ersten Orchesterauftritt als Solistin. Nach dem Besuch eines Musikgymnasiums folgte das Klavierstudium an der Hochschule der Kunst Kyoto, das sie mit herausragenden Leistungen abschloss. Hierauf beschloss sie, ihre virtuosen Fähigkeiten durch eine weiterführende Ausbildung an der Hochschule für Musik München und an der Universität Mozarteum Salzburg zu vertiefen, wo sie 2005 ihr Magisterstudium mit Auszeichnung beendete. Anschließend startete sie ihre Solokarriere als Pianistin und gab Konzerte in Japan, Österreich, Spanien, Frankreich und Deutschland. In Düsseldorf hat sie inzwischen, z. B. im Rahmen des Kulturherbstes 2016 und 2017, einen großen Zuhörerkreis gewonnen. Im Zusammenspiel mit dem Flötisten Klaus-Peter Riemer kann man außerdem ihr Kammermusik-Repertoire in zahlreichen Konzerten genießen. Das Konzertduo konzertierte u. a. in Paris, Berlin und Brüssel und im Goethe-Museum / Schloss Jägerhof. Aus dieser Zusammenarbeit entstand 2010 die CD „Klangfarbliche Spiegelung“ (LC 02319). Gelegentlich ist das Duo auch mit der Opernsängerin Monika Rydz zu hören, z. B. im Haus Opherdicke (Kreis Unna) und im Mendelssohn Haus Leipzig. Neben ihrer Tätigkeit als Konzertpianistin erteilt Miyuki Brummer privaten Klavierunterricht und lehrt(e) an der Musikschule Kaiserswerth und an der Volkshochschule in Düsseldorf. Die Pianistin spielt außerdem regelmäßig in der Konzertreihe BAM!Babykonzerte (Musikschule Niederkassel). Sie gab ebenso Konzerte für Menschen mit Demenz (Demenz-Service-Zentrum NRW), die u. a. in der Tonhalle und im Maxhaus stattfanden.

Musikalisches Rahmenprogramm am 30. Januar 2018 mit der Pianistin Miyuki Brummer:

Felix Mendelssohn (1809–1847):

Lieder ohne Worte op. 19, Nr. 1 „Andante con moto“ E-Dur (1831)

Lieder ohne Worte op. 62, Nr. 6 „Frühlingslied“ A-Dur (1842)

Clara Schumann (1819–1896):

Romanze es-Moll op. 11, Nr. 1 (1839)

Robert Schumann (1810–1856):

Romanze Fis-Dur op. 28, Nr. 2 (1839)

Fantasiestücke op. 12, Nr. 7 „Traumes Wirren“ F-Dur (1837)

Kinderszenen op. 15, Nr. 7 „Träumerei“ F-Dur (1838)

Faschingsschwank aus Wien op. 26, Nr. 5 „Finale“ B-Dur (1839)

Welche Bedeutung hat die Musik in Ihrem Leben? Können Sie sich an Ihre erste Begegnung mit der Musik erinnern?

Bei der Beantwortung solcher Fragen mischt sich ja oft die eigene Erinnerung mit dem, was einem die Erwachsenen so erzählen – natürlich in der Hoffnung, dass solche Berichte dann auch stimmen! Ich erinnere mich jedenfalls, dass ich einmal – wohl bei einem Krippenspiel – das Jesuskind bei der Herbergssuche darstellte. Dann folgte irgendwann meine Zeit als Messdiener in St. Gertrudis in Eller, wo wir u. a. den Gesang von Chorälen lernten. Von dort aus wuchs ich, zusammen mit meiner gesamten Familie, in die schöne Arbeit mit und in den Kirchenchor hinein – nicht nur als Sänger, sondern auch als Schatzmeister. 1963 überredete mich dann mein Bruder, im Musikverein mitzusingen, was ich ab 1966 gerne tat, nachdem ich vorgesungen hatte. Es war die Zeit, als Bernhard Zimmermann und Hartmut Schmidt Chorleiter waren.

Gab es in Ihrer Jugend weitere grundlegende Erlebnisse mit der Musik?

Es gab noch eine andere Verbindung zur Musik: Sie bestand darin, dass ich mir damals zusammen mit einem Freund mein erstes Taschengeld durch Botendienste verdiente, so dass wir uns damit den Besuch von Theaterstücken, Konzerten und Opern leisten konnten. Es war die Zeit von Karl-Heinz Stroux (Schauspiel) und Grischa Barfuß (Oper). Nach den Aufführungen gingen wir immer zu Fuß nach Eller zurück und nutzten den ziemlich langen Weg, um aus dem Gedächtnis – bzw. nach der Lektüre entsprechender Reclam-Hefte – die soeben gehörten Arien sehr leidenschaftlich und stimmkräftig nachzusingen, meistens von deutschsprachigen Opern, was damals noch häufig der Fall war. So sind mir noch heute Opern wie Aida, Rigoletto oder Don Carlos so geläufig, dass ich die meisten Arien daraus beherrsche.

Welche Bedeutung hat für Sie Düsseldorf als Musik-Stadt?

Für mich ist das schon fast ein trauriges Kapitel. Als begeisterter Düsseldorfer bin ich nun mal der Überzeugung, dass Düsseldorf wirklich eine Musikstadt ist – aber keiner weiß das! Es wird viel zu wenig vermittelt und auch zu wenig mit dem riesigen Erfahrungs-Kapital gearbeitet, was sich hier seit 500 Jahren alles an hochrangiger Musik angesammelt hat. Angefangen mit der Jülich-Klevischen Hochzeit 1585, bei der das erste opernähnliche Singspiel nördlich der Alpen aufgeführt wurde, nämlich „Orpheus und Amphion“ von Martin Peu d’Argent. Diese Traditionen kulminierten dann in der Hofkapelle Jan Wellems, die eine der größten in Europa war und die z. B. anlässlich der Kaiserkrönung Karls VI. im Dom zu Frankfurt/Main auftrat. Auch Georg Friedrich Händel war mehrmals hier in Düsseldorf. Die reiche Musikgeschichte von Düsseldorf entwickelte sich dann weiter über die bürgerliche Musikkultur bis zur heutigen zeitgenössischen Musik mit den „Toten Hosen“ und auch zu Oskar Gottlieb Blarr mit seiner Orgeltradition und dem „notabu.ensemble neue musik“ eines Mark Andreas Schlingensiepen.

Weshalb wurde 1818 der „Städtische Musikverein zu Düsseldorf“ ins Leben gerufen, und was leistet dieser Verein bis heute?

Als Jan Wellem 1716 starb, wurde Düsseldorf schlagartig zu einer Provinzstadt, da der kurfürstliche Hof nach Mannheim übersiedelte. Damit ging auch die hiesige musikalische Substanz verloren. Zum Glück bildeten sich Mitte des 18. Jahrhunderts um das Haus Jacobi herum schöngeistige und philosophische, künstlerische und literarische Zirkel. Diese Kultur war verbunden mit dem Bedürfnis nach Haus- und Salonmusik, die u. a. angeregt wurde durch Musiker wie Carl Friedrich Zelter und Carl Friedrich Christian Fasch von der 1791 gegründeten Singakademie Berlin.

Und wie kam es dann zur Gründung?

Aus dieser Konstellation entwickelte sich dann hier in Düsseldorf eine eigene Musikakademie (1801–1809) mit ca. 150 Mitgliedern. Aus dem Bedürfnis, auch große Oratorien mit einem gemischten Chor aufzuführen, veranstaltete schließlich der städtische Musikdirektor Friedrich August Burgmüller zusammen mit dem Chorleiter Johannes Schornstein aus Wuppertal-Elberfeld im Mai 1818 mit insgesamt 200 Mitwirkenden das erste Niederrheinische Musikfest mit der „Schöpfung“ und den „Jahreszeiten“ von Joseph Haydn. Aus dieser Gruppierung entstand sehr wahrscheinlich am 16. Oktober des gleichen Jahres der heutige „Städtische Musikverein zu Düsseldorf“. Die Archivalien hierzu sind leider durch einen Brand im Stadtarchiv verloren gegangen. Schon bald erwies sich der Musikverein als Träger und Organisator des öffentlichen Musiklebens in Düsseldorf, da er nicht nur Chorkonzerte bestritt, sondern auch Orchesterkonzerte veranstaltete und bis 1931 der Veranstalter des Düsseldorfer Konzertlebens war.

Was haben Sie unternommen, um die Erinnerung an Felix Mendelssohn Bartholdy in der Öffentlichkeit stärker zu profilieren?

Für die Entwicklung der Düsseldorfer Musik hat Felix Mendelssohn Bartholdy eine schier unglaubliche Bedeutung! Neben seiner Tätigkeit als Komponist, Dirigent und Pianist sowie als Wiederentdecker der Barockmusik hat er nämlich als 24jähriger junger Mann die gesamten organisatorischen Basis-Strukturen für das Musikwesen hier in der Stadt geschaffen und mit seinem Elan die Menschen einfach mitgerissen. Außerdem hat er uns 1835 das Oratorium „Paulus“ geschenkt, das er in seiner Düsseldorfer Zeit (1833–1835) als Musikdirektor komponierte, so dass man mit Sicherheit sagen kann, dass die Wiege des romantischen Oratoriums in Düsseldorf steht. Seinen Aufenthalt hier empfand Mendelssohn – im Unterschied zu Robert Schumann – als „ungemein angenehm“ und er hätte sein Amt wahrscheinlich wesentlich länger behalten, wenn ihm nicht die permanente Leitung der Gewandhauskonzerte in Leipzig angeboten worden wäre, die ihn in eine der höchsten Stellungen brachte, die man damals in der deutschen Musikwelt überhaupt erreichen konnte.

 
Mit Feingefühl und Ausdruck spielte die Pianistin Miyuki Brummer Klavierwerke von Felix Mendelssohn Bartholdy sowie von Clara und Robert Schumann.

Welche Ehrungen hat Mendelssohn Bartholdy in Düsseldorf erfahren?

Zu seinen Ehren und für seine Verdienste errichteten ihm die Düsseldorfer Bürger 1901 ein Denkmal am damaligen Opernhaus. In einem barbarischen Akt wurde es in der Nazizeit 1936 leider entfernt und 1940 schließlich komplett eingeschmolzen. Zum Glück hatte sich ein Gipsmodell erhalten, so dass es im Rahmen einer groß angelegten (wiederum) bürgerschaftlichen Initiative 2012 endlich – ähnlich wie in Leipzig – wieder errichtet und neben dem heutigen Opernhaus an der Heinrich-Heine-Allee feierlich eingeweiht werden konnte. Aus diesem Anlass ist auch eine Festschrift erschienen. Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Düsseldorfer Symphoniker wurde am 7. Februar 2014 im Rahmen eines konzertanten Festaktes der Große Saal der Düsseldorfer Tonhalle zu Ehren von Felix Mendelssohn Bartholdy in „Mendelssohn-Saal“ umbenannt.

Was tun Sie, damit die Bedeutung von Robert und Clara Schumann angemessen kommuniziert wird?

Ganz grundsätzlich: Alle diese Tätigkeiten und Initiativen, von denen hier die Rede ist, können niemals von einer einzelnen Person geleistet werden. Die genannten und vorgestellten Ideen und Projekte lassen sich nur in Zusammenarbeit mit vielen gleichgesinnten, hochmotivierten und ebenso aktiven Persönlichkeiten bewerkstelligen! Zu Clara und Robert Schumann: Wenn man sich hier das Schumann-Haus auf der Bilker Straße 15 anschaut, so lässt sich feststellen, dass es auf der ganzen Welt das einzige Haus ist, in dem die Familie Schumann gelebt hat. Hier in Düsseldorf hat Robert Schumann immerhin ein Drittel seiner Werke komponiert! Seine Jahre hier waren ein ganz bedeutender Part im Leben der Familie Schumann. Das Haus auf der Bilker Straße ist also – zumindest in der musikalischen Welt – ein Juwel an sich. Und wir müssen alles dafür tun, damit dieses Haus nicht zu einem reinen Mietobjekt verkommt, wie es leider in der Vergangenheit geschehen ist. Man hat in der Stadt leider nie die Bedeutung dieses Hauses erkannt!

Gibt es für das Schumann-Haus nicht doch noch eine befriedigende Lösung?

Zum Schumann-Haus gibt es zum Glück jetzt endlich – wenn auch viel zu spät – eine Initiative, bei der Museumsexperten aus ganz Deutschland zusammenwirken. Außerdem sind im Heinrich-Heine-Institut – schräg gegenüber – viele Exponate wie Autographen, Musikinstrumente sowie der ganze Noten-Nachlass des Musikvereins mit hohem musikwissenschaftlichem Wert (insgesamt 180 Regalmeter!), unser kulturelles Erbe, gewissermaßen „zwischengelagert“ – alles symbolisch höchst wertvolle Dinge, die zu ihrer Präsentation doch endlich eine würdige Umgebung verdienen. Hier ist auch die Politik gefordert! Das was mit der Renovierung des Mendelssohn-Hauses in Leipzig gelungen ist, sollte uns endlich auch in Düsseldorf mit dem Schumann-Haus möglich werden.

Sie sind Initiator und Gründer der „SingPause“ – können Sie Ihre Motive nennen, die zu dieser großartigen Aktion geführt haben?

Als ich 2002 Vorsitzender des Musikvereins wurde, stellten sich mir auch sofort aktuelle Nachwuchsprobleme unserer Organisation. Außerdem habe ich als Vater von 3 Söhnen 30 Schuljahre mit allem Drum und Dran erleben dürfen. Dabei musste ich immer wieder feststellen, dass es keinen ausreichenden Musikunterricht mehr gibt, in dem die Grundlagen musikalischer Kenntnisse und die Grundfertigkeiten des Singens vermittelt werden. Es drohte also, in den Grundschulen jede Art der musikalischen Bildung verloren zu gehen. Gleichzeitig hörte ich immer wieder die Aussage der Politiker, wonach Bildung ein ganz wichtiges Kapital für jede Gesellschaft sei – und besonders auch sogenannte bildungsferne Schichten mit ihren Defiziten erreicht werden sollten.

 
Miyuki Brummer ist nicht nur als Konzertpianistin bekannt, sondern betätigt sich ebenso klavierpädagogisch und musiktherapeutisch – etwa in der Begegnung mit dementen Personen.

Wie ist die SingPause konzeptioniert worden?

Nach dem rheinischen Grundsatz „Nitt quake, sondern maake!“ habe ich dann gehandelt. Dem damaligen Kulturdezernenten Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff habe ich meine Beobachtungen und meine Kritik mitgeteilt, die er sehr bereitwillig und motiviert aufgriff. Daraufhin wurde in zwei Düsseldorfer Grundschulen ein entsprechendes Pilotprogramm erfolgreich durchgeführt. Dabei wurde uns klar, dass keinesfalls an eine Elitebildung, sondern an eine breite musikalische Grundlagenbildung gedacht war. In einem kleinen Arbeitskreis u. a. mit unserer Chordirektorin Marieddy Rossetto, dem Leiter der Clara Schumann Musikschule, Peter Haseley, Kantor Klaus Wallrath, Kantor Dirk Ströter und dem Journalisten Hans-Hubert Schieffer wurde ein Konzept entworfen und auch schon der Name „SingPause“ ausgewählt – einer Erfindung von Frau Rossetto, während Herr Wallrath die sogenannte Ward-Methode (Solmisation) beisteuerte.

Was bedeutet „SingPause“?

„SingPause“ bedeutet, dass seit 2006 einmal pro Woche an einem Vormittag in der Grundschule der normale Unterricht als „Pause im Kopf“ für 20 Minuten unterbrochen wird, damit ein Singleiter (professionelle Sänger/innen mit Hochschulausbildung) mit den Kindern zusammen (z.T. in bis zu 15 Sprachen) singen und ihnen musikalische Grundkenntnisse (wie Noten-Lesen) vermitteln kann. Der gerade unterrichtende Lehrer bleibt anwesend und erlebt das lebendige Geschehen. Die Kinder – zur Zeit ca. 16.000 Grundschüler – erleben die SingPause mit großer Begeisterung und intensiven Lernfortschritten. Schulleiter schwärmen und sagen: „Das ist eine Art von Belüftung, die wir in der Schule ganz dringend benötigen.“ In regelmäßigen Abständen treten die Kinder in der Tonhalle zu Konzerten auf und zeigen vor einem höchst erstaunten Publikum ihr Können, z. B. mit einem sechsstimmigen Kanon! Mittlerweile gibt es in Deutschland 12 Städte, die ebenfalls die SingPause praktizieren und damit Erfolg haben.

Sein 200-jähriges Jubiläum feiert der „Städtische Musikverein zu Düsseldorf“ jetzt im Jahr 2018. Nennen Sie bitte einige Höhepunkte des Festprogramms.

Als erster Höhepunkt darf gerne hier in der Musikbibliothek das Interview in der Reihe „Musik im Gespräch!“ für den „Konzertkalender in+um Düsseldorf“ gelten. Am 20 April folgt dann im Rahmen eines Festaktes „200 Jahre Städtischer Musikverein zu Düsseldorf“ das Festkonzert in der Düsseldorfer Tonhalle mit dem Oratorium „Paulus“ von Felix Mendelssohn Bartholdy zusammen mit dem Chor des Städtischen Musikvereins und den Düsseldorfer Symphonikern unter der Leitung von GMD Axel Kober. Wir planen aber ebenso auch CD-Produktionen wie die 8. Sinfonie in Es-Dur von Gustav Mahler mit Adam Fischer als Dirigent. Mit dem Dirigenten Mario Venzago werden wir das „Te Deum“ von Haydn und von Bruckner im Sternzeichen-Konzert aufführen. Ferner ist in der Saison 2018/19 ein weiteres Sternzeichen-Konzert mit der „Schöpfung“ von Joseph Haydn mit dem Dirigat von Adam Fischer geplant. Außerdem werden wir die „Mass“ von Leonard Bernstein zu Gehör bringen. Und wir werden beim Musikfest der Bundeswehr am 22. September wieder mit dabei sein. Neben diesen Beispielen aus der musikalischen Hochkultur sollen aber auch in der Breite besondere musikalische Aktivitäten unter dem Motto „Musik Vereint!“ vom 5. bis 17 Juni mit Hilfe der Robert Schumann Hochschule durchgeführt werden. Ebenso ist an eine Großveranstaltung mit vielleicht 3.000 Kindern, Blasorchestern und Chören im Nordpark gedacht.

Welche Zukunft wünschen Sie sich für den Musikverein und für Düsseldorf als Musikstadt?

Für den Musikverein und für die SingPause wünsche ich mir irgendwann bald einen Nachfolger. Und ich wünsche mir natürlich, dass diese Art der Bürgerinitiative fortgesetzt wird. Bei der SingPause kann man nach 12 Jahren feststellen, dass sich schon allein daraus ein leichter Schub in Richtung Nachwuchsförderung abzeichnet, bzw. dass die Musiklehrer auch an den Gymnasien von einer doch deutlichen Niveau-Anhebung im Musikunterricht sprechen. Man sieht also, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, unsere Musikkultur auch in einer total gewandelten Gesellschaft zu erhalten und zu stabilisieren.

… und für Düsseldorf als Musikstadt?

Zum Punkt Düsseldorf als Musikstadt könnte man sich z. B. für 2019 wünschen, dass dann der 200. Geburtstag von Clara Schumann in angemessener und würdiger Form gefeiert wird. Und vielleicht lässt sich in diesem Zusammenhang dann endlich auch bis dahin das Schumann-Haus auf der Bilker Straße als besondere Musik-Repräsentanz für unsere Landeshauptstadt verwirklichen!

Das Interview führte
Prof. Dr. Hartwig Frankenberg

Fotos: Thomas Kalk.

 
Manfred Hill und Hartwig Frankenberg beim Gespräch in der Musikbibliothek.

INTERVIEWREIHE „MUSIK IM GESPRÄCH“: WEITERE TERMINE 2018

Zeit: 20:00 Uhr

Ort: Zentralbibliothek / Musikbibliothek / Lesefenster

Bertha-von-Suttner-Platz 1
40227 Düsseldorf


Theodor Kersken, Düsseldorfer Hofmusik, 1. Vorsitzender

Prof. Dr. Karlheinz Schüffler, Organist und Mathematiker, Hochschule Niederrhein, Krefeld

Gabriele Nußberger, Konzertmeisterin und Dirigentin Kammerorchester Kaarst

Michael Becker, Intendant Tonhalle Düsseldorf

Dr. Hella Bartnig, Chefdramaturgin Deutsche Oper am Rhein