Konzertkalender in+um Düsseldorf

Archiv

Das Interview-Archiv

„Musik im Gespräch!“(07/08 2016)

Peter Haseley„Die von uns favorisierten Musikwettbewerbe bieten jungen Musikern einzigartige Möglichkeiten zur persönlichen und fachlichen Standortbestimmung!“

Peter Haseley„Die von uns favorisierten Musikwettbewerbe bieten jungen Musikern einzigartige Möglichkeiten zur persönlichen und fachlichen Standortbestimmung!“

 
Peter Haseley, Direktor der Düsseldorfer Clara-Schumann-Musikschule.Foto: Thomas Kalk

Peter Haseley wurde 1953 in New York (USA), geboren und erhielt dort seine pianistische Berufsausbildung an der Eastman School of Music mit zwei akademischen Abschlüssen: Bachelor of Music und Master of Music. Mit einem Stipendium der Fulbright Kommission studierte er anschließend Klavier, Kammermusik und Liedbegleitung an der Hochschule für Musik, Köln. 1984 wurde er Leiter des Fachbereiches Klavier an der Clara-Schumann-Musikschule Düsseldorf, kurz danach auch Abteilungsleiter für Blasinstrumente, Schlagzeug und Ensembles.

Nach seiner Tätigkeit als stellvertretender Direktor der Rheinischen Musikschule in Köln (1992-1995) übernahm Peter Haseley dann schließlich die Leitung der städtischen Clara-Schumann-Musikschule Düsseldorf.

Er ist außerdem Dozent an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf und Regionalausschussvorsitzender sowie stellvertretender Vorsitzender des Landesausschusses "Jugend musiziert".

Unter seiner Leitung konnten während der Haushaltskonsolidierung an der Musikschule (1996-2000) die erforderlichen Einsparungen im Personalbereich bei gleichzeitiger Steigerung der Schülerzahlen erzielt werden. Durch den Umbau des Gebäudes Prinz-Georg-Straße 80 zur Zentrale der Clara-Schumann-Musikschule leitete er eine Teilzentralisierung und Modernisierung des Unterrichtsprogramms ein.

Die Pflege und Weitergabe musikalischer Traditionen, auch mit lokalem Bezug, hat Herr Haseley in die Projektplanung der Musikschule mit aufgenommen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Integration der Aktivitäten der Musikschule ins städtische Musikleben, was zu einer spürbaren Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Musikschule geführt hat. Beispielhaft seien nicht nur die vielen öffentlichen Konzerte im Udo-van-Meeteren-Saal (Schulgebäude, Prinz-Georg-Straße 80) erwähnt, sondern auch die „Sonntagsbegegnungen“ genannten Konzerte, bei denen Schülerinnen und Schüler der Clara-Schumann-Musikschule in der Kapelle des Ostflügels von Schloss Benrath musizieren.

Zur Zeit genießen an der Clara-Schumann-Musikschule rund 7.500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene einen Musikunterricht auf hohem Niveau, der in den Bereichen Instrumental, Chor und Ensemble angeboten wird.

Für das musikalische Rahmenprogramm am 31.05.2016 sorgten:

Lotte Kläsgen (11), Violoncello

Landes- und Bundespreisträgerin „Jugend musiziert“

„Ich mag das Cello, weil es jede Gefühlsart ausdrückt!“

Chiara Wernet (15), Klavier

Zweifache Bundespreisträgerin „Jugend musiziert“

„Auf dem Klavier kann ich mich sehr gut austoben!“

Eduardo Inestal (34), Gitarre

Lehrer an der Clara-Schumann-Musikschule

Preisträger vieler internationaler Preise

„Die Gitarre bietet mir in Ausdruck und Spielweise viel Leidenschaft!“

Können Sie sich an Ihre erste Begegnung mit der Musik erinnern?

Meine frühesten musikalischen Erlebnisse gehen auf die Zeit zurück, als meine Mutter im Kirchenchor sang. Wir waren eine evangelische Familie, verbunden mit der entsprechenden religiösen Erziehung - wir sollten nicht nur Gottes Wort, sondern auch Gottes Musik hören! Daher beziehen sich meine ersten musikalischen Erfahrungen auf die Musik, die im Gottesdienst zu hören war. Meine Eltern waren außerdem musikalisch gebildet und besaßen eine größere Sammlung an Schallplatten, zu der ich als Kind verständlicherweise keinen Zugang hatte. Erst später durfte ich auf einem eigens angeschafften kleinen Gerät zwei 45er Schallplatten selbst in die Hand nehmen und auch abspielen. Die eine mit dem bekannten „Halleluja“ aus dem „Messias“ von Georg Friedrich Händel - die andere mit „Blue Tango“ von Leroy Anderson. Diese beiden Platten habe ich mit größter Begeisterung immer wieder abgespielt, bis die Rillen schon fast verschwunden waren.

Es kam noch hinzu, dass wir als Kinder samstags vor dem Radio „geparkt“ wurden, um Direktübertragungen aus der New Yorker Metropolitan Opera zu hören und zu genießen, so wie man es heutzutage im Kino auch in Düsseldorf erleben kann.

Ein weiteres entscheidendes Musikerlebnis war eine familiäre Weihnachtsfeier, bei der meine Cousine auf dem Klavier spielte, was in der Familie viel Lob und Anerkennung fand. Das hat mich sehr beeindruckt und mir sehr gut gefallen. Meine Eltern habe ich dann so lange bedrängt, bis ich endlich Klavierunterricht erhielt. Ab diesem Zeitpunkt habe ich meine Kindheit und Jugend am Klavier verbracht und oft und immer wieder - mal mehr, mal weniger - leidenschaftlich gespielt und geübt. Der eigentliche, entscheidende Grund für diese Beschäftigung waren und sind die überaus reichen Möglichkeiten, mit Hilfe und in der Musik Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Bei dieser Leidenschaft ist es dann mein Leben lang geblieben. Musik konnte hier durch nichts Anderes ersetzt werden.

Wie hat sich bei Ihnen das Interesse und die Faszination für Musik fortgesetzt? Und was hat Sie dann motiviert, Musik zu studieren - und in Deutschland fortzusetzen?

In meiner Familie - und auch in den Generationen vor mir - hat man immer die renommiertesten Universitäten der USA besucht. Daher war ich ganz eindeutig auf eine wissenschaftliche Karriere vorprogrammiert, also ein Fach zu studieren wie Physik oder Chemie. Nun gab es jedes Jahr eine Berufsberatung, bei der die Eltern anwesend waren. Mein Berufsberater teilte bei einer solchen Gelegenheit meinen Eltern mit, dass ich angesichts meiner fantastischen Schulnoten ganz bestimmt an einer der besten Universitäten in Amerika einen Studienplatz im Bereich der Naturwissenschaften erhalten würde. Auf seine Frage, ob ich damit einverstanden sei, antwortete ich zum Schrecken meiner Eltern und zum Befremden des Berufsberaters, ich wolle Musik studieren und Pianist werden - und es käme für mich auch kein anderes Studienfach in Frage. Die Skepsis meiner Umgebung bestärkte mich allerdings noch zusätzlich, an meinem Studien- und Berufswunsch bedingungslos festzuhalten. Und so habe ich dann mit 17 Jahren meine Aufnahmeprüfung an der New Yorker Eastman School of Music geschafft und das Studium dort aufgenommen!

Bei einem Schüler des bekannten Pianisten Arthur Schnabel, Prof. Frank Glazer, habe ich dann studiert und fühlte mich dadurch privilegiert, im Rahmen einer großen Tradition meine Studien zu betreiben. Es war damals in Amerika üblich und verpflichtend, neben dem reinen Musikstudium noch ein sogenanntes „humanistisches“ Nebenfach zu belegen - ganz einfach und sehr sinnvoll, um einer einseitigen fachlichen Spezialisierung zu entgehen.

Und wie hieß dieses Fach?

Deutsch!

Warum ausgerechnet Deutsch?

Ganz einfach, weil dies ja auch die Sprache von Beethoven und Brahms war und dadurch einen musikalischen Bezug hatte und hat.

 
Lotte Kläsgen (11) begeisterte auf ihrem Cello mit dem „Allegro appassionato“ (op. 43) von Camille Saint-Saens. Klavierbegleitung: Peter Haseley.Foto: Thomas Kalk

Möchten Sie vielleicht die Höhepunkte Ihres Musik-Studiums kurz schildern?

In Amerika habe ich mich während meines Studiums besonders mit der kammermusikalischen Klaviermusik befasst, habe auch in einem Klavier-Quartett mitgespielt, mit dem ich auf Tournee gegangen bin. Auch auf meine Erfahrungen als Korrepetitor an der Oper schaue ich gerne zurück. Hier habe ich oft Musik - unabhängig vom Klavier - erlebt. Selbst wenn ich dann als Abschluss zusammen mit Professor Frank Glazer mit großem Erfolg das Konzert für zwei Klaviere und Orchester in c-moll (BWV 1060) von Johann Sebastian Bach und das Konzert für zwei Klaviere von Igor Strawinsky gespielt habe.

Anschließend in Köln habe ich an verschiedenen Klavierwettbewerben teilgenommen. Eine wichtige Erfahrung in dieser Zeit war für mich auch die Tätigkeit als Korrepetitor mit dem weltberühmten Geiger Max Rostal, der an der Kölner Musikhochschule eine internationale Klasse hatte. Zu meinen damaligen Erlebnissen gehören ebenso viele Konzerte in den Botschaften für repräsentative Zwecke mit ausländischen Studenten in der ehemaligen Hauptstadt Bonn. Es war schließlich eine Zeit der biografischen Suchbewegungen, in deren Verlauf ich mich für die pädagogische Ausrichtung von Musikpraxis entschied - nicht nur durch das Angebot, hier an der Clara-Schumann-Musikschule 1984 den Fachbereich Klavier zu übernehmen.

Welche Musik hören Sie privat am liebsten?

Diese Frage ist für mich nicht einfach zu beantworten, da es für mich keinen Unterschied zwischen privatem und beruflichem Umgang mit Musik gibt. Ich kann auch keine Musik im Hintergrund hören, bzw. ertragen - weil ich dies wie ein Gespräch erlebe, bei dem ich zuhören muss. Aber wenn Sie mich fragen, welche Musik ich - generell - am liebsten höre, so antworte ich: Deutsche Romantik! Also Franz Schubert, Robert Schumann, Johannes Brahms.

 
Chiara Wernet (15) überraschte am Flügel mit „Danza de la moza donosa“ von Albert Ginastera und mit der Tarantella aus „Venezia e Napoli“ von Franz Liszt.Foto: Thomas Kalk

Was soll, kann der Musikunterricht der städtischen Clara-Schumann-Musikschule leisten und vermitteln?

Ich habe unsere Musiker - also Lotte Kläsgen, Chiara Wernet und Eduardo Inestal - gebeten, heute Abend mitzukommen, um exemplarisch zu zeigen, wozu die Clara-Schumann-Musikschule imstande ist. Zur Zeit besuchen rund 7.500 Musikschüler (Kinder ab 2 Jahre und Jugendliche sowie Erwachsene) regelmäßig und gerne unsere Einrichtung. Die Nachfrage ist groß, was auch an einer Warteliste mit fast 2.000 Namen abzulesen ist und gleichzeitig eine Bestätigung für unser Konzept darstellt. Dabei geht es darum, den Schülern auf hohem Niveau umfangreiches Basis-Wissen und Basis-Können zu vermitteln - also eine umfassende Musikbildung auf den Gebieten Instrumentalspiel, Chor, Ensemble zu realisieren - alles in allem also eine umfassende Musikvermittlung, die lediglich die berufliche Ausbildung ausschließt, sie aber sehr wohl vorbereiten kann.

Wir ergänzen damit den Musikunterricht der allgemeinbildenden und öffentlichen Schulen in der Stadt. Ich hoffe natürlich, dass unsere Bemühungen zur persönlichen Bereicherung aller Beteiligten beitragen, an den großartigen Traditionen der Musikkultur in unserer Stadt, in unserer Gegenwart und in Europa aktiv teilzunehmen und verantwortungsvoll fortzusetzen. Ich bin überzeugt, dass die Clara-Schumann-Musikschule für alle diese Aufgaben gut aufgestellt ist. Dazu gehört auch die Kooperation mit Kindertagesstätten, Grundschulen und weiterführenden Schulen. Wir sehen unsere Aufgabe als städtische Musikschule allerdings auch darin, den fatalen Mangel an flächendeckendem Musikunterricht in NRW - wenigstens ansatzweise - auszugleichen und aufzufangen.

Können Sie etwas über die Struktur der rund 7.500 Schüler an der Clara-Schumann-Musikschule sagen?

Die Bevölkerung in Düsseldorf ist sehr heterogen in Bezug auf ihre Bildungswünsche. Die Welt der Musik ist mittlerweile genauso heterogen wie die Welt des Sports. Viele Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund kommen zur Musikschule, weil ihre Familien offensichtlich viel Wert auf eine musikalische Ausbildung legen, was in Ost-Europa und in Ost-Asien eine lange Tradition hat. Für diese Menschen war und ist die Musik ein Schlüssel zum sozialen Aufstieg! Dazu kommt die wissenschaftliche Erkenntnis (vor allem von Neurologen), wonach die Beschäftigung mit Musik - besonders im Kindesalter - einen positiven Einfluss auf unser Gehirn, unsere Intelligenz und unser Sozialverhalten hat.

Wie grenzen Sie den Musikunterricht der Clara-Schumann-Musikschule gegenüber den privaten Anbietern ab?

Die Clara-Schumann-Musikschule Düsseldorf ist eine öffentliche, städtische Einrichtung mit examinierten Lehrkräften sowie verbindlich definierten, standardisierten Aufgaben und Zielen. Wir leben in einer völlig individualisierten Gesellschaft, wo jeder Bürger sich seine legitimen Wünsche nach musikalischer Bildung erfüllen kann. Natürlich vertrete ich die inhaltlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Interessen einer städtischen Einrichtung.

Unsere Aufgabe ist es, ein Angebot für alle musikinteressierte (und die es werden wollen!) junge Menschen in Düsseldorf aufzustellen. In der Clara-Schumann-Musikschule können alle Kinder mitmachen: Von Menschen mit Behinderung bis zu künftigen Studierenden der Musik, ohne Eingangshürden, ohne Ausschlusskriterien. Dort gibt es auch keine stilistischen Einschränkungen: Popularmusik, Jazz und klassische Musik werden vermittelt und gepflegt.

In den vielen seriösen und kompetenten privaten Anbietern sehen wir - ähnlich wie im Vergleich mit dem Musikunterricht an staatlichen Schulen - keine Konkurrenz, sondern eine willkommene Ergänzung.

Sie sind Leiter des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“ in Düsseldorf. Welche Rolle spielt der Wettbewerb für junge Musikerinnen und Musiker?

Bela Bartok soll gesagt haben, nachdem er erfolglos an einem Klavierwettbewerb teilgenommen hatte: „Wettbewerbe sind nur etwas für Pferde!“ Ein Wettbewerb in der Musik dient - so meine Erkenntnis und Erfahrung - der Standortbestimmung, dem Vergleich mit meinen Mitbewerbern sowie der Erkennung und Förderung von Talenten. Andererseits hatten wir ja schon gesehen, dass eine Musikausbildung die Schlüsselqualifikation für den sozialen Aufstieg darstellt. Wer Talent hat und zeigt, sollte unbedingt gefördert werden - das verlangt schon unsere Gesellschaft.

 
Eduardo Inestal (34) faszinierte auf seiner Gitarre mit „La Catedral“ von Agustin Barrios, mit „Danza del Altiplano“ von Leo Brouwer und mit dem „Tango en Skai“ von Ronald Dyens.Foto: Thomas Kalk

In dieser Hinsicht ist der Wettbewerb „Jugend musiziert“ eine fantastische Einrichtung, der regional, landes- und bundesweit abgehalten wird. Es ist der älteste deutsche Jugendwettbewerb. Als Leiter und Juror erlebe ich diese Wettbewerbe immer als Veranstaltungen in einer wunderbaren, partnerschaftlichen Atmosphäre. Es ist wirklich sehr schön, was da überall an musikalischer Qualität dargestellt und geboten wird. Man sollte nicht die Möglichkeiten unterschätzen, in welchen Rollenmodellen dort junge Menschen auftreten können. Man sieht an konkreten Beispielen, was „Erfolg“ bedeutet. Und man sieht, was man tun muss, um Erfolg zu haben. Was wir dabei besonders erkennen und fördern, ist der innere Drang eines jungen Menschen, unbedingt musizieren zu „müssen“.

Hinzukommt, dass man in der Vorbereitung auf einen Wettbewerb mehr tut als sonst - und dass man nach dem Wettbewerb viel besser musizieren kann. In der Auseinandersetzung mit dem eigenen Programm und der eigenen Selbstbestimmung ziehen die Wettbewerbsteilnehmer regelmäßig einen vielfältigen Nutzen aus ihrem Auftritt und ihrer Leistung, egal ob und welchen Preis sie gewonnen haben. Es gibt aus dem Musikunterricht zwei Erkenntnisse: Je mehr man übt und trainiert, desto besser wird man musizieren können. Umkehrschluss: Ohne Einsatz und Üben gibt es keine Fortschritte. Wesentlicher Bestandteil der von uns favorisierten Musikwettbewerbe sind außerdem - im Gegensatz zu sensationsheischenden und medienwirksamen Contests - vielfältige Beratungen und Betreuungen vor, während und vor allem nach den Wettbewerben.

Welche Ratschläge haben Sie für junge Menschen (und deren Eltern), die ein Musikstudium anstreben?

Diese Frage stellt sich oft im Alltag der Musikschule, aber auch am Rande von „Jugend musiziert“ oder bei unseren lokalen Wettbewerben wie dem Gerd-Högener-Wettbewerb. Die Musikwelt ist heute - vielleicht noch viel deutlicher als die wirtschaftliche Welt - total globalisiert. Das bedeutet, dass die Anforderungen an künstlerisches Verständnis, musikalische Technik und Leistungsvergleich weltweit enorm gestiegen sind. Wir befinden uns auf einer Weltbühne und konkurrieren auf dieser Ebene. Wer sich für eine musikalische Karriere entscheidet, muss dieses biografische Konzept möglichst früh im Leben angelegt haben. Wenn man erst mit 15 (so wie bei mir) auf die Idee kommt, Karriere zu machen, so funktioniert diese Vorstellung „heute“ nicht mehr.

Wir sind jetzt mit besonderen Herausforderungen konfrontiert: Die medial konservierte Musik wird immer selbstverständlicher, so dass die Anforderungen an eine Live-Aufführung (und ihr Image) mit ihren kommunikativen Aspekten von Begegnung und Austausch (wie heute Abend hier im Saal und auf der Bühne) in Vergessenheit zu geraten drohen. Live-Musik findet eigentlich nur noch in einem reservat-ähnlichen Ambiente wie Bühne oder Konzertsaal statt - und droht unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zum defizitären Sponsor-Projekt zu degenerieren. Dagegen setzen wir unsere Akzente!

Welche beruflichen, bzw. institutionellen Visionen und Ziele verfolgen Sie?

Von Konfuzius stammt der Ausspruch: „Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten“! In diesem Sinne habe ich den Eindruck, niemals „arbeiten“ zu müssen! Und genau so möchte ich meine Aufgabe an der Musikschule fortsetzen. Das wichtigste Ziel ist, die Einstiegsmöglichkeiten an unserer Musikschule für alle Düsseldorfer Kinder weiter auszubauen!

 
Direktor Peter Haseley und Prof. Dr. Hartwig Frankenberg bei „Musik im Gespräch!“ am 31. Mai in der Düsseldorfer Musikbibliothek.Foto: Thomas Kalk