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(09/10 2015)

Wer nach Düsseldorf anreist, hat schon gewonnen!

Wer nach Düsseldorf anreist, hat schon gewonnen!

 
Prof. Dr. Hartwig Frankenberg

Das ist kein überspanntes Erfolgsrezept eines Größenwahnsinnigen, auch kein hochdeutsches Karnevalsmotto für die übernächste Saison, sondern die Erkenntnis eines blitzgescheiten, hochmusikalischen Klarinettisten aus Brühl: Ralph Manno, Professor an der Kölner Musikhochschule, international gefragter und agierender Solist. Er war 2006 das erste Jurymitglied beim „Internationalen Aeolus Bläserwettbewerb“, der 2015 vom 15. bis 20. September (zum 10. Mal!) wieder in Düsseldorf stattfindet und am 20. September mit dem Preisträgerkonzert in der Düsseldorfer Tonhalle in den Gattungen Fagott, Oboe und Saxophon abschließt.

Gemäß dem Spruch Friedrich Schillers aus seinen Briefen zur Ästhetischen Erziehung „… damit der Mensch sich selber nicht versäume“, den der Aeolus Wettbewerb sich auf die Fahne geschrieben hat, geht es also nicht um hektisches Absahnen hoher Preissummen durch jugendliche Zocker. „Für mich“, so Ralph Manno, „sind das schon die Gewinner, die zu diesem Wettbewerb gekommen sind.“ Sie haben für alles, was sie danach machen, einen neuen Qualitätsanspruch. Und: Sie lernen, etwas zu Ende zu bringen. „Die jungen Musiker, egal ob Preisträger oder nicht“, so Dr. Sieghardt Rometsch, Gründer und Förderer des Wettbewerbs, „profitieren ungeheuer viel aus dem aktuellen Leistungsvergleich mit ihren Kollegen und aus den intensiven Gesprächen mit den Fach-Juroren. Bei uns gibt es kein Scheitern. Es ist eine Tür für die jungen Kandidaten, die sie als Chance begreifen.“ (Interview)

Das ist natürlich eine ganz andere Liga, als wir sie etwa aus dem rüden Film „A Chorus Line“ (1985) kennen oder aus so manchem medienwirksamen Klecker-Kreisch-Camp der Gegenwart. Dem Gründer des inzwischen weltweit bedeutenden Aeolus Wettbewerbs, den Fach-Juroren sowie den mittlerweile deutlich mehr als 200 jungen Teilnehmern, die sich jedes Jahr bei steigender Zahl aus der ganzen Welt auf eigene Kosten zum Preisspiel in der Landeshauptstadt anmelden – wuchs seit Beginn die deutliche Gewissheit, dass die Kandidaten in 4 Runden zwar hart gefordert, aber umso mehr musikalisch und persönlich gefördert werden. Nicht umsonst hält man zu ehemaligen Preisträgern aktive Verbindungen – zu Musikern, die in der ganzen Welt meist längst als brillante, erfolgreiche Bläser-Solisten, als Mitglieder berühmter Orchester oder als Dozenten renommierter Hochschulen Karriere gemacht haben.

Aeolus, der antike Gott der Winde, möge uns auch in Zukunft – z.B. beim Wettbewerb 2016 mit Posaune, Trompete und Tuba – wieder seine kräftige Puste spüren lassen und unsere heiligen Bäume in der Stadt verschonen!

Herzliche Grüße –
Prof. Dr. Hartwig Frankenberg


P.S.: Das stürmische Saxophon auf dem Titel – von unserem Gestalter Michel Schier – soll diesmal als optischer Bläserton die Leser begrüßen!

Editorial

Titelgrafik: Michel Schier, Düsseldorf